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Neuntöter – der Birkvogel

Wenn auch die Gänse vornehmlich das Bild der Birk prägen, so ist doch der aus der Familie der Würger stammende Neuntöter (Lanius collurio) in besonderer Weise vernüpft mit der Geltinger Birk, denn die hier herrschende halboffene Weidelandschaft mit ausgedehnten Busch- und Heckenbeständen ist seine Welt.

Neuntöter

Neuntöter im Dornenstrauch. Foto: M. Fischer

Seinen brutal klingenden Namen erhielt der Neuntöter aufgrund seines Beuteverhaltens. Als Nahrungsreserve beziehungsweise zur Bearbeitung spießt er Insekten, kleine Vögel oder Mäuse auf Dornen oder spitze Zweige auf. Und Dornengebüsch gibt es auf der Birk reichlich. Sie bieten dem Neuntöter Heim und Schutz.
Der Neuntöter ernährt sich hauptsächlich von Insekten, vor allem von Käfern, Heuschrecken und Grillen. Gelegentlich frisst er auch Kleinsäuger, zum Beispiel junge Feldmäuse und Jungvögel.
Sein Nest baut der Neuntöter gewöhnlich einen bis zwei Meter über dem Boden in dichtem Dornengebüsch, Sträuchern oder kleinen Bäumen. Anfang Mai bis Ende Juni legt das Weibchen fünf bis sechs variabel gefärbte (hell grünlich, gelblich oder rötlich) und gefleckte Eier, die 14 bis 16 Tage bebrütet werden. Es schließt sich eine 13 bis 15-tägige Nestlingsphase an, gefolgt von einer 26 bis 38 Tage dauernden Führungsperiode. Nach Beendigung des Brutgeschäfts verlässt der Neuntöter meist schon im August die Birk, um das Winterhalbjahr im tropischen Afrika zu verbringen.
Der Bestand des Neuntöters hat in Deutschland mit der Ausräumung der Landschaft und im Zuge der sog. Flurbereinigungen abgenommen, da ihm auf diese Weise die Brutmöglichkeiten genommen wurden. Aber auch der Biozid- und Düngemitteleinsatz reduziert die Zahl geeigneter Brutplätze und das Nahrungsangebot.
Kein Wunder, dass dieser schöne und interessante Vogel die Geltinger Birk als Brut- und Rückzugsgebiet gerne annimmt.

Knickschutz und Straßenrandgrün besitzen für den NABU einen hohen Stellenwert

Knick

Auf den Stock gesetzter Knick. Foto: Reinhard Kraasch

Schleswig-Holsteins wird von einem insgesamt rund 45.000 km (!) langen Knicksystem durchzogen. Wie es die andere Bezeichnung „Wallhecke“ zutreffend ausdrückt, besteht ein typischer Knick aus einem ungefähr 0,8 – 1 Meter hohen Erdwall, dessen abgeflachte Oberseite dicht mit strauchartig wachsenden Gehölzen bestanden ist.

Wichtig ist ihre ökologische Bedeutung als Lebensraum für zahlreiche Arten. So wird die Zahl der die Knicks bewohnenden Tierarten Schleswig-Holsteins auf ungefähr 7.000 geschätzt; davon können auf nur einen Kilometer einer Wallhecke etwa 1.600 – 1.800 Arten leben. Zudem stellen die Knicks in manchen intensiv landwirtschaftlich genutzten Gegenden mit die einzige noch verbliebene naturnahe Substanz dar.

Obwohl Knick zu den gesetzlich geschützten Biotopen gehören, nimmt ihre Zerstörung zu.

Schweinswal

Schweinswal. Foto: Erik Christensen

Hier, vor unserer Ostseeküste, kann man mit etwas Glück Wale entdecken. Der Schweinswal, ein kleiner Zahnwal, ist hier zuhause.
War er früher hier in großen Schulen anzutreffen, so ist sein Bestand seit der Jahrhundertwende bis heute auf wenige Exemplare geschrumpft. Ihr Bestand ist bedroht.

Die größten Bedrohungen des Schweinswals

  1. Unbeabsichtigter Beifang in Grundstellnetzen aus monofilem Nylongarn.
  2. Verlust des Lebensraums.
  3. Verknappung der Beutefische
  4. Störung durch zunehmenden Bootsverkehr, Lärmbelästigung durch Speedboote, militärische Aktivitäten, Sprengungen usw.
  5. Umweltgifte, Parasitenbefall, Erkrankungen

Der NABU Ostangeln wird den Schweinwalschutz mit Hilfe des Walexperten und Walschützers Dr. Andreas Pfander jetzt verstärkt vorantreiben.

Copyright © 2012 NABU Ostangeln sowie Medienagentur birdfish