Stellungnahme zur Planung auf dem Gelände der ehemaligen Marinewaffenschule in Kappeln-Ellenberg

Unsere Sicht zur ersten Planung haben wir in Form der Stellungnahme aber auch in Veranstaltungen, Presse- und Fernsehberichten hinreichend erläutert.

Die Planer haben daraufhin zwei der Stege, die sie aufgrund der sensiblen Lage im FFH- und Vogelschutzgebiet nicht hätten beibehalten können, ohne ein Gerichtsverfahren zu riskieren, schließlich gestrichen.

Nun ist der Flächennutzungsplan aufgestellt worden, zu dem wir abermals um eine Stellungnahme gebeten wurden.
Nach wie vor haben wir ein Problem damit, dass ein großer Steg in die Schlei gebaut werden soll, wo sich die Unterwasserwelt am Boden bisher weitgehend ungehindert entwickeln konnte. Nun soll dort durch Baggerarbeiten eingegriffen werden, die aufgrund von kommenden Versandungen in gewissen Abständen wiederholt werden müssen. Auch die Vogelwelt (geschützte Arten) wird durch den vermehrten Bootsbetrieb empfindlich gestört.
Ganze 2,5 ha Fläche Schlei werden im Plan für mögliche Steganlagen vorgehalten. Dem können wir nicht zustimmen.

Ein weiterer Knackpunkt ist die großflächige Entfernung von Bäumen und die Umwidmung von Wald in Grünfläche (was auch einfach nur Rasen sein könnte). Bisher haben die Bäume das Röhrichtufer zur Landseite hin abgeschirmt – man kann es gut von der anderen Schleiseite z.B. vom Grillplatz aus sehen. Nun könnten sich Brut- und Rastvögel hier so gestört fühlen, dass sie das Gebiet verlassen. Und von der anderen Schleiseite aus wird der Erholungssuchende künftig vor allem Häuser sehen.

Genauer erläutert haben wir alles in unserer Stellungnahmen zum Flächennutzungsplan | 24. Oktober 2013:

Stellungnahme des NABU Schleswig-Holstein zum Flächennutzungsplan auf dem Gelände der ehemaligen Marinewaffenschule (Projekt Schlei-Terrassen) – PDF


Auf dem gesamten Gelände ist mittlerweile eine teils gelockerte, teils verdichtete Wohnbebauung geplant.

Es sind auch drei große Stege in die Schlei geplant sowie mehrere Badeinseln. An einem der Stege sollen sieben Wasserhäuser in der Schlei errichtet werden.

Unsere besondere Sorge gilt hier dem Angrenzen der Projektbereiche an die Naturschutzflächen und an das FFH-Gebiet.

Die Planung weist erschreckenderweise viele Bereiche auf, die geltendem Recht deutlich entgegenstehen. Wir haben für unsere Stellungnahme sehr gewissenhaft die Inhalte der Gesetze und Richtlinien studiert und dafür die hervorragende Vorarbeit der Interessengemeinschaft Umwelt (IGU) gut nutzen können.

Stellungnahme des NABU Schleswig-Holstein zur Planung auf dem Gelände der ehemaligen Marinewaffenschule (Projekt Schlei-Terrassen) – PDF

Stand: 19. Juni 2013

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