Wirtschaft

Den Warnungen und Empfehlungen des NABU-Ostangeln zum Trotz, will die Gemeinde an ihren Plänen für Wackerballig festhalten. Die Versiegelungen an Land- und Wasserseite gehen weiter.

Besonders die Wasserhäuser liegen dem NABU auf der Seele, denn sie stören das Ökosystem erheblich, wie man in der Stellungnahme der Ortsgruppe nachlesen konnte.

Des weiteren wird die schöne Aussicht auf die Förde mit der dänischen Landseite demnächst fehlen.

Zum aktuellen Stand liest man in der SHZ vom 9. April 2014.

Zeitungsausschnitt

SHZ Artikel vom 9. April 2014

 

 

Die extensive Beweidung mit Rindern, manchmal auch mit Pferden und Schafen, wird als die wohl effektivste Pflegemaßnahme für größere Naturschutzflächen anerkannt.

Koniks

Beweidung halboffener Landschaft auf der Geltinger Birk. Foto: G. Herchet

Ziel ist in den meisten Fällen die Entwicklung halboffener Landschaftsbereiche, deren von Büschen und Bäumen, Feuchtgebieten und oftmals auch Trockenflächen durchsetzte Gras- und Staudenfluren in ihrer Strukturvielfalt einer großen Zahl an Pflanzen- und Tierarten Lebensraum bieten. Die Extensivbeweidung dient jedoch nicht nur dem Naturschutz. Sie bindet die Landwirtschaft mit ein und gibt dieser selbst für anderweitig ökonomisch und ökologisch nicht tragfähig zu bewirtschaftende Flächen eine Perspektive. Wie bei fast allen landwirtschaftlichen Segmenten ist auch sie auf Agrarbeihilfen aus dem EU-Haushalt angewiesen. Und genau diese werden ihr jetzt von der staatlichen Landwirtschaftsverwaltung streitig gemacht.
Einen ausführlichen Artikel zu dem Thema lesen Sie beim NABU Schleswig-Holstein

Studien zeigen, dass durch immer weniger naturbelassene Flächen der Anteil anderer Bestäuber sinkt – eine riskante Entwicklung.

Sandbiene

Sandbiene beim Besuch einer Mandelblüte - Foto: A. Klein

Naturbelassene Flächen werden nicht nur in Deutschland immer seltener. Gerade für Landwirte ist diese Tendenz riskant, weil sie die Abhängigkeit von der Honigbiene verstärkt. Grund: Mit wachsender Entfernung von naturbelassenen Habitaten verringert sich die Vielfalt anderer Bestäuber dramatisch. Sie fallen dann als Alternative zur Honigbiene zumindest teilweise aus. Das zeigen zwei internationale Studien unter Federführung der Leuphana Universität Lüneburg. In dieser Situation können Krankheitserreger wie die Varroamilbe, die mitunter ganze Bienenvölker dahin raffen, auch die Landwirtschaft empfindlich treffen.

Ackerbohne, Blaubeere, Kirsche, Mandel oder Raps sind auf Insektenbestäubung angewiesen. Sie bilden sonst weniger Früchte oder sogar gar keine. Je weiter nun der Abstand solcher Pflanzen zu naturbelassenen Flächen in ihrer Umgebung, desto seltener und unregelmäßiger werden sie von Hummeln, Käfern oder Wildbienen besucht. „Mit wachsender Entfernung von naturbelassenen Habitaten verringert sich die Vielfalt der Blütenbesucher dramatisch“, sagt Professorin Dr. Alexandra M. Klein von der Leuphana Universität Lüneburg. „Im Schnitt sinkt die Artenzahl in einer Entfernung von einem Kilometer zur nächsten Naturhabitat um mehr als ein Drittel.“ Auf den heute üblichen großen Ackerflächen fallen diese Insekten also als Bestäuber mehr oder weniger aus.

Ein Grund: Die meisten Bestäuber fühlen sich in blütenartenreichen Biotopen am wohlsten. Außerdem ist der Aktionsradius der meisten wildlebenden Blütenbesucher eingeschränkt; sie entfernen sich selten weiter als einen Kilometer von ihren Nestern. Als direkte Konsequenz erfolgen die Besuche in großen Monokulturen nicht mehr so kontinuierlich, sondern unterliegen deutlichen Schwankungen. Dadurch wird nicht mehr jede Blüte bestäubt und die Pflanze bildet weniger Früchte. Dieser Effekt ist gravierend, wie Klein zusammen mit Kollegen zeigen konnte: Um durchschnittlich 16 Prozent sank der Fruchtansatz in einer Entfernung von einem Kilometer zur nächsten naturbelassenen Fläche.

Honigbiene muss den Ausfall kompensieren

Und diese Abnahme könnte noch deutlich größer sein, wenn es nicht die Honigbiene gäbe. Sie stellt laut Studie im Schnitt immerhin die Hälfte aller Blütenbesucher und ist daher mit großem Abstand der wichtigste Bestäuber. Honigbienen lassen sich zudem leicht in großen Kolonien halten. Daher nutzen manche Landwirte sie, um ihre Erträge zu erhöhen: Sie bitten Imker, ihre Bienenstöcke gezielt in den Feldern zu platzieren. „Honigbienen finden wir daher so gut wie in jeder Landschaft“, sagt Klein. „Sie können den Verlust anderer Blütenbesucher größtenteils kompensieren – allerdings eben nicht komplett.“

Aber auch aus einem anderen Grund sollten Landwirte nicht einseitig auf die Honigbiene setzen. Denn was würde etwa mit einer Obstplantage passieren, wenn diese als Bestäuber ausfiele? Ganz einfach: Die Bäume würden viel weniger Früchte bilden. Ganz unwahrscheinlich ist dieses Szenario nicht. Beispielsweise sind Honigbienen wasserscheu und fliegen kaum bei Regenwetter. Außerdem machen ihnen Schädlinge wie die Varroamilbe zu schaffen, die ganze Völker dahin raffen kann. „In den letzten fünf Jahren beobachten wir zudem weltweit, dass immer mehr Honigbienen-Völker in den kalten Jahreszeiten nicht überleben“, sagt Klein. Fälle wie diese können theoretisch gerade in großen Monokulturen zu erheblichen Ernteausfällen führen, warnen die Forscher.

„Landwirte, die in ihren Plantagen und Ackerflächen Platz für naturbelassene Inseln lassen, könnten sich von der Honigbiene emanzipieren und dieses Risiko minimieren“, betont Klein. Allerdings dürfen diese Inseln nicht zu klein sein, konnte sie zusammen mit US-Kollegen bei der Untersuchung von Mandelplantagen in Kalifornien zeigen. „Nur wenn viel natürliches Habitat um die Plantagen liegt, konnten wir eine Erhöhung des Fruchtansatzes feststellen“, sagt sie. „Diese fällt noch größer aus, wenn die Plantagen nach ökologischen Richtlinien bewirtschaftet wurden.“

„Wir sollten ökologische Ressourcen auch als einen wichtigen ökonomischen Faktor betrachten“, erläutert sie. In Lüneburg haben sich zu diesem Zweck Umweltökonomen und Ökologen mit internationalen Experten aus verschiedenen Disziplinen zusammengetan und das Zentrum „FuturEs“ gegründet (die Abkürzung steht für „Futures of Ecosystem Services”; zu deutsch „Zukunft von Ökosystem-Dienstleistungen”). Klein zählt zu den Gründungsmitgliedern. Das Thema Nachhaltigkeitsforschung zählt zu den vier Wissenschaftsinitiativen, denen sich die Leuphana Universität verschrieben hat. Die Universität unterstützt FuturEs daher auch bis zum Jahr 2015 mit einer viertel Million Euro.

Vor gut 20 Jahren wurde mit der Verabschiedung der europäischen Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)Richtlinie der Grundstein zum Aufbau eines europäischen Schutzgebietsnetzes gelegt. Hauptziel der Richtlinie ist es, die Vielfalt wildlebender Arten und Lebensräume sowie deren Vernetzung zu sichern und damit einen Beitrag zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt wie auch zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten.

Die geeigneten Gebiete wurden durch die Bundesländer identifiziert und nach intensiven fachlichen Prüfungen durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in mehreren Tranchen nach Brüssel gemeldet. „Heute bilden die sogenannten Natura 2000-Gebiete der FFH- und Vogelschutzrichtlinie in Deutschland und EU-weit ein wichtiges Rückgrat zum Erhalt der biologischen Vielfalt,“ sagte die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutzes, Prof. Beate Jessel in Bonn. „Auch für die Zukunft ist dieses Schutzgebietssystem unabdingbar, etwa um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.“

Das Netz von NATURA 2000 umfasst die im Rahmen der FFH- und Vogelschutzrichtlinie gemeldeten Gebiete. Diese können sich räumlich überlagern. Zusammen bedecken die insgesamt 5.266 Gebiete 15,4% der terrestrischen Fläche Deutschlands und rund 45% der marinen Fläche (Stand: 2011). 39% der Fläche der Natura 2000-Gebiete sind landwirtschaftlich genutzt.
EU-weit liegt der Meldeanteil der mehr als 26.000 FFH- und Vogelschutzgebiete bei ca. 17,5% der Landfläche aller Mitgliedstaaten. (Stand: 2011).

Der Zustand der FFH-Gebiete wird alle sechs Jahre für alle Lebensraumtypen und Arten bewertet. Dieser nationale Bericht nach Art. 17 FFH-Richtlinie wurde erstmals 2007 erstellt und eine neue Bewertung erfolgt 2013. Der vorliegende Bericht weist erste Erfolge mit rund einem Drittel der Arten und Lebenstraumtypen in günstigem Erhaltungszustand (grün) auf, macht aber auch noch weiterhin erheblichen Handlungsbedarf deutlich. Das Bundesamt für Naturschutz koordiniert diese Berichte fachlich und ist auch maßgeblich an der Weiterentwicklung der Methoden auf EU-Ebene für den neuen Bericht beteiligt.

Ende 2013 wird es erstmals eine umfassenden inhaltlichen Beicht über die Vogelarten nach der EU-Vogelschutzrichtlinie geben.
In der Zukunft kommt es darauf an, die mit dem Aufbau des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 verbundenen Ziele zum Schutz von Arten und Lebensräumen weiter umzusetzen und die Qualität der Gebiete weiter zu verbessern. Dieses Netzwerk kann aber auch der Sicherung vielfältiger sonstiger ökologischer Funktionen dienen. So kann beispielsweise durch Sicherung von Kohlenstoffsenken in Mooren und alten Wäldern auch einen wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

Meldestand FFH-Gebiete
Deutschland hat 4.619 FFH-Gebiete in Brüssel vorgelegt, die sich auf drei biogeografische Regionen (alpin, atlantisch, kontinental) verteilen. Dies entspricht einem Meldeanteil von 9,3% bezogen auf die Landfläche. Dazu kommen 2.122.161 ha Bodensee sowie Meeres-, Bodden- und Wattflächen (Stand: 30.09.11). Von diesen marinen Schutzgebietsflächen entfallen 943.984 ha auf die Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) Deutschlands. (Stand: 2011).

Meldestand Vogelschutzgebiete
Deutschland hat bislang 740 Vogelschutzgebiete (BSG) gemeldet. Dies entspricht einem Meldeumfang von 11,2% bezogen auf die Landfläche. Dazu kommt 1.986.197 ha Bodensee sowie Meeres-, Bodden- und Wattflächen. Von diesen marinen Schutzgebietsflächen entfallen 513.930 ha auf die Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) Deutschlands. (Stand: 2011).

NATURA 2000-Meeresschutzgebiete in der AWZ
Mit dem am 4. April 2002 in Kraft getretenen Neuregelungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz wurden die rechtlichen Vorraussetzungen für die Umsetzung von Natura 2000 in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ, 12-200 sm) geschaffen. Demnach ist das BfN in der AWZ der Nord- und Ostsee für die Auswahl der Natura 2000 Flächen verantwortlich. Die Ausweisung der Schutzgebietsflächen erfolgt durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.
Ende Mai 2004 ging die Meldung von NATURA 2000 Gebieten in der deutschen AWZ bei der EU-Kommission in Brüssel ein. Die 10 Gebiete, 8 FFH- und 2 Vogelschutzgebiete, die an die Kommission gemeldet wurden, umfassen zusammen fast 30% des deutschen Meeresanteils an der AWZ. (Stand: 2011).

Die in der AWZ liegenden Vogelschutzgebiete wurden durch den Bund am 15.09.2005 als Naturschutzgebiete gemäß BNatSchG ausgewiesen.

Weitere Informationen zu FFH-Gebieten und Kartendienst

Führende Umweltorganisationen werfen Wirtschaftsminister Rösler (FDP) vor, die von der eigenen Regierung beschlossene Energiewende persönlich zu hintertreiben.

Eine ernsthafte Auseinandersetzung über die Ausgestaltung der Transformation des Energiesystems wird von Rösler demonstrativ verweigert. Hintergrund des Zerwürfnisses ist eine seit Jahresbeginn nahezu vollständige Funkstille zwischen dem Minister und FDP-Vorsitzenden und denen, die das Konzept der Energiewende zum Teil seit über 30 Jahren und nicht erst seit dem Sommer 2011 verfolgen.

Als Rösler anlässlich des Dreikönigstreffens seiner Partei Anfang Januar in Stuttgart die Umweltbewegung insgesamt und einige Umweltorganisationen namentlich unter anderem wegen ihrer Kritik am Bau zusätzlicher Kohlekraftwerke scharf angriff, forderten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der WWF Deutschland und Germanwatch den Minister zu einem „Gespräch zu den vor uns liegenden Herausforderungen“ auf. Dieses kam bis heute nicht zustande.

Auf den am 13. Januar schriftlich vorgetragenen Gesprächswunsch reagierte das Ministerium zunächst zwei Monate lang nicht einmal mit einer Eingangsbestätigung. Stattdessen startete Rösler gemeinsam mit Wirtschaftspolitikern der Unionsfraktion einen Frontalangriff gegen den weiteren Ausbau der Photovoltaik und die Grundlagen des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Das entsprechende Artikelgesetz passierte schließlich Mitte März nach scharfer Kritik nicht nur aus Opposition und Verbänden, sondern auch aus beiden Regierungsfraktionen den Bundestag in leicht entschärfter Form.

Ebenfalls Mitte März erinnerte sich Rösler der zwei Monate alten Bitte um ein persönliches Gespräch und bot über sein Ministerbüro zunächst telefonisch, auf Nachfrage dann auch schriftlich einen Termin an. Am 9. August, mitten in der Sommerpause, stehe er Vertretern der sechs Verbände für eine Stunde zur Verfügung.

In ihrer Antwort lehnen die Umweltverbände nun dieses „Angebot“ ab: „Die Unterzeichner empfinden es als demonstrative Ignoranz, dass Sie den Umweltverbänden einerseits öffentlich haltlose Vorwürfe machen und andererseits jeder ernsthaften Auseinandersetzung mit denen aus dem Weg gehen, die die Energiewende im Gegensatz zu Ihnen und Ihrer Partei seit Jahrzehnten vorantreiben und ungezählte Konzepte zu ihrer Umsetzung vorgelegt haben.“

Das Verhalten Röslers stehe auch in einem unerklärlichen Gegensatz zum Anspruch der Fachforen, die das Bundeswirtschaftsministerium mit Vertretern wichtiger Akteure des Energie- und Umweltsektors, etwa in der Plattform „Zukunftsfähige Energienetze“, gestartet habe. Es verfestige sich der Eindruck, dass es dem Minister ein persönliches Anliegen sei, die Dynamik der Energiewende abzubremsen statt sie zu beschleunigen. Damit würden denjenigen Vorteile verschafft, die die Entwicklung weg von der fossil-atomar dominierten Energieversorgung hin zu erneuerbaren Energieträgern und Energieeffizienz über Jahrzehnte verschlafen oder hintertrieben haben und dies teilweise immer noch tun.

Abschließend erklären die Verbände, sie seien „selbstverständlich daran interessiert, mit jedem Bundeswirtschaftsminister jederzeit aktuelle Themen der Energiewende zu diskutieren“. Voraussetzung sei allerdings, dass ein Interesse an ernsthafter Auseinandersetzung erkennbar sei. Das sei jedoch nicht der Fall, solange Minister Rösler eine Unterredung für einen Zeitpunkt vorschlage, zu dem die Würfel, beispielsweise bezüglich der künftigen Photovoltaik-Förderung, längst gefallen sind. „Für eine solche Alibiveranstaltung stehen wir nicht zur Verfügung“, schließen die Verbände ihre Gesprächsabsage.

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